500 Jahre Reformation - Rückblick auf einen grossen Festtag in Chur

 

Die Evangelische Kirchgemeinde Chur liess es sich nicht nehmen, dieses wirklich besondere Jubiläum mit einem grossen Fest würdig zu feiern. Gesamtstädtisch fanden sich die drei evangelischen Quartiere Churs zum eindrücklichen Gottesdienst am 5. November, dem Reformationssonntag, in der Comanderkirche ein. „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ - mit einem fulminanten Gesangsintro von den vereinigten Kirchenchören Comander und Kantorei St. Martin, zu dem die beiden Dirigenten Matthias Müller und Barbara Picenoni sowie der Comanderorganist Christian Cantieni gleich auch als Solosänger auftraten, getragen von einem tollen ad-hoc-Orchester, war der Festgottesdienst eröffnet. Das Churer Pfarrkollegium gestaltete die liturgischen Teile gemeinsam und durfte einer grossen Gemeinde das evangelische Abendmal austeilen - 1527 hatte das Johannes Comander in Chur erstmals getan. In der biblisch gut verankerten und auch sehr verständlichen Predigt konnte Pfarrer Alfred Enz aufzeigen, wie ermutigend, entlastend und entkrampft Glaube sein darf, der sich auf das grossartige Evangelium Jesu Christi stützt.

Weitere Höhepunkte des Festtages: Die Enthüllung des Abendmahlsreliefs, vom Bildhauer Andrea Bianchi und seinem Team aus demselben Marmor desselben Steinbruchs im Maggiatal gehauen, wie schon die grosse Taube im Innern der Comanderkirche durch seinen Onkel Paul Bianchi vor 60 Jahren. Kirchgemeindepräsident Curdin Mark würdigte das zwischen Turm und Kirche aussen im gedeckten Umgang angebrachte Kunstwerk, gestiftet zum Jubiläum von der Vereinigung freier Protestanten, der Evangelisch-Kirchlichen Vereinigung sowie von der Evangelischen Kirchgemeinde Chur, mit einem kleinen Referat.

Wieder in der Kirche drinnen, konnte eine grosse Zuhörerschaft vom Kunsthistoriker Leza Dosch auf kompetente und humorvolle Weise so Manches erfahren, was ihr die 1957 erbaute Comanderkirche noch näher und vielleicht auch lieber werden liess.

Nach so viel Zuhören gab es dann doch noch eine Stärkung für den Leib: Der Apéro riche, den die erweiterte Quartierkommission Comander ausrichtete, bot Gelegenheit für unzählige Gespräche und Begegnungen. Einzelne wagten sich auch noch auf den Reformationsweg, den Pfarrerin Manuela Noack mit KonfirmandInnen im ComanderZentrum aufgebaut hatte.

Alles in allem ein rundum gefreuter und auch sehr gut besuchter wohltuender Festtag. (Daniel Wieland)

Eine Ausstellung zur Geschichte der rätoromanischen Bibel

vom 6. November 2017 bis 28. Februar 2018 in der Kantonsbibliothek, Karlihofplatz, Chur

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