Offener Brief des Gesamtkollegiums

Chur, den 1. Juli 2015

Das Wohl der Kirchgemeinde im Blick behalten
Wir, das Gesamtkollegium der Evangelischen Kirchgemeinde Chur, das heisst die hier angestellten Pfarrpersonen und Sozialdiakone, hoffen sehr, dass sich unsere Kirchgemeindepräsidentin Carmen Dasoli für eine weitere Amtszeit zur Wahl stellen kann. Zu dieser öffentlichen Äusserung veranlasst uns unsere seelsorgerliche Verantwortung für die Kirchgemeindemitglieder und für die Lebensentfaltung in unserer Kirchgemeinde.
Die Evangelische Kirchgemeinde Chur hat in den letzten Jahren personell turbulente Zeiten erfahren müssen. Nach dieser grossen Krise ist nun glücklicherweise eine Konsolidierung eingetreten und eine breite Aufbauarbeit im Gange. Dies nicht zuletzt dank der umsichtigen Leitung unserer jetzigen Präsidentin Carmen Dasoli.
Vor dem Hintergrund dieser Aufbauarbeit in der Kirchgemeinde Chur hat uns der kirchenrätliche Entscheid Anfang Juni, demzufolge Präsidentin Carmen Dasoli sich, da nicht mehr in Chur wohnhaft, im Herbst 2015 nicht mehr zur Wiederwahl stellen dürfe, bestürzt und stark betroffen. Zwar bringen wir, aus rein juristischer Sicht, ein gewisses Verständnis dafür auf, dass es wegen der Wohnsitzpflicht zu dieser Auslegung unserer kirchlichen Gesetze gekommen ist. Als SeelsorgerInnen und TheologInnen beschäftigt uns aber die Frage, ob ein Lebensnerv unserer Kirchgemeinde dem Kirchengesetz geopfert werden darf, oder ob nicht das Gesetz dem Leben (der Kirchgemeinde) dienen soll: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, und nicht der Mensch um des Sabbat willen.“ (Evangelium nach Markus 2,27).
Auf die ordentliche Wiederwahl im Herbst hin sind ohnehin schon zwei Kirchen-vorstandsmitglieder zu ersetzen. Auch im Bereich der Kirche ist es heute nicht leicht, fähige Personen für die Besetzung von Ämtern zu finden. Deshalb meinen wir, dass mit den vorhandenen Ressourcen sorgsam umgegangen werden sollte. Im Falle der Kirchgemeinde Chur erachten wir zudem eine erneute Verunsicherung in der Leitung der grössten Kirchgemeinde in unserer Kantonalkirche als nicht zumutbar. Deshalb sind wir der Meinung, dass die wieder gut aufgegleiste Aufbauarbeit in unserer Kirchgemeinde nicht aus einem einzigen formalen Grund gefährdet werden darf.
Das Evangelium, an dem wir Pfarrerinnen, Pfarrer und Sozialdiakone unser Reden und Tun orientieren, stellt die Gemeinschaft und deren Wohl in den Mittelpunkt: „Vergesst nicht, einander Gutes zu tun und an der Gemeinschaft festzuhalten“ (Hebräerbrief 13,16). Uns ist es wichtig, das Wohl der Kirchgemeinde im Blick zu behalten. Kontinuität in der Leitung, gewährleistet durch Personen, die bereit und fähig sind, diese Aufgaben zu übernehmen, scheint uns die beste Garantie dafür zu sein, dass die Arbeit in der Kirchgemeinde Chur weiter wachsen und blühen kann.

Ivana Bendik, Gisella Belleri, Alfred Enz, Martin Jäger-Aebi, Andreas Rade, Christina Tuor, Daniel Wieland, Erich Wyss

Andachten am Donnerstag in der Regulakirche 2015 / 2016

Andachten am Donnerstag – das sind kurze Gottesdienste, die mitten im Lauf der Woche einen Moment der Ruhe und des Innehaltens schaffen. Singen, Beten, Schweigen, Nachdenken, Betrachten erhalten Raum in einer gemeinsamen Feier und sollen Stärkung und Impulse für den Alltag geben.
Von September bis Juni wird jeden Donnerstagabend eine von vier verschiedenen Andachten gefeiert.
Sie sind herzlich eingeladen, in der neu renovierten Regulakirche vorbeizuschauen und an der einen oder anderen Andacht teilzunehmen!
Verantwortlich für die Andachten am Donnerstag ist Pfrn Dr. Christina Tuor.

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